Strauhspier - Hermi Sürken, Klaus Evers, Helmut Schnieders
Strauhspier - Hermi Sürken, Klaus Evers, Helmut Schnieders
Strauhspier
Strauhspier

Wat kümp dat kümp

1. Düör de Düör düör!

1. Düör de Düör düör!


Kümms du up usse schüöne Wiält in Rheine off in Bielefeld,
Häölt diene eegne Liäwensstraot Düör füör Düör füör di paraot.
Düör füör Düör häs du nu faken in‘t Liäwen laoss- un to te maken,
Üm to seihn, wat‘t Liäwen giff. Un wat di ächter Düören bliff.


Gaihs du düör eene Düör düör, off düör ne annere Düör düör.
Un bis dann düör de Düör düör, wees du auk wat dao ächter is.


Ächter de Düörn kann allens sien: Glück, Fraide un auk manke Pien.
Vull Elend off dat Paradies. Gaoh düör, mak di nich söms wat wies.
In‘t Liäwen moss du soviël daohn, üm‘t Liäwen würklik to verstaohn.
Un wekke Düör de naighste is. Un Bangemaken nützt di nix.


Gaihs du...


Bis dann eenmaol t‘om Schluss an‘n Hiëmmel, schinnt di dat Liäwen äs‘n Schwinnel.
Dann staihs blos nao vüör eene Düör, un düör de Düör moss nu auk düör.
Dän Petrus häff daofüör dan Slüëdel. Män, läött he di dann auk in‘n Hiëmmel?
Bliëw blos nich vüör de Düör vüör, denn dat is nu de leste Düör!


Gaihs nu düör diene Düör düör, düör diene leste Düör düör,
Dann finds du diene Roh‘ füör...ächter diene leste Düör.
Gaihs nu düör diene Düör düör, düör diene leste Düör düör,
Dann finds du diene Roh‘ füör...ächter diene leste Düör.


Text: Christa Berning · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Durch die Tür durch!


Kommst du auf unsere schöne Welt, in Rheine oder in Bielefeld,
Hält deine eigene Lebensstraße Tür für Tür für dich bereit.
Tür für Tür hast du nun oft im Leben auf- und zu zu machen,
Um zu sehen, was das Leben gibt, und was dir hinter den Türen bleibt.


Gehst du durch einen Tür durch, oder durch eine andere Tür durch,
Und bist dann durch die Tür durch, weißt du auch was dahinter ist.

 

Hinter den Türen kann alles sein: Glück, Freude und auch manche Pein.
Viel Elend oder das Paradies. Geh‘ durch, mach dir nicht selbst was vorweis.
Im Leben muss du soviel tun, um das Leben wirklich zu verstehen.
Und welche Tür die nächste ist. Und Bangemachen nützt dir nichts!


Gehst du...


Bist du dann einmal zum Schluss am Himmel, erscheint dir das Leben wie ein Schwindel.
Dann stehst du nur noch vor einer Tür, und durch diese Tür musst du nun auch durch.
Der Petrus hat dazu den Schlüssel. Nur, lässt er dich dann auch in den Himmel?
Bleibe nur nicht vor der Tür, denn das ist nun deine letzte Tür.


Gehe nun durch deine Tür durch, durch deinen letzte Tür durch.
Dann findest du deine Ruhe vor...hinter deiner letzten Tür
Übersetzung: Nikolaus Evers

2. Dien Lachen

2. Dien Lachen


Häör ik hell dien Lachen klingen
luut haruut un frie un frank,
geiht mi‘n lustig Sunnenlöchten
düör de Siäle warm un blank.

 

Un ik mein, de Wiält wäör schöner
un dat Liäben wäör vull Glanz.
Oh, wat bis du üöwer Maoten
riek, dat du so lachen kanns.

 

Text: Augustin Wibbelt · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine<< Neues Textfeld >>

Dein Lachen


Hör‘ ich hell dein Lachen klingen
laut heraus und frei und frank,
geht mir ein lustiges Sonnenleuchten
durch die Seele warm und blank.

 

Und ich mein‘, die Welt wär‘ schöner
und das Leben wär‘ voll Glanz.
Oh, was bist du übermaßen
reich, daß du so lachen kannst.

 

Übersetzung: Nikolaus Ever

3. Desölwgen Stääne

3. Desölwgen Stääne


Ümmer, wenn de Wörde stiäken bliëwet,
ümmer, wenn in‘t Auge Water steiht.
Ümmer, wenn wi düër dat Düstern us so driëwet
un verniëweln laoten bis et nich miähr geiht...


Üöwer di, üöwer mi, de sölwgen Stääne.


Ümmer, wenn de aollen Frönde heimgaoht
un du alleene an de Ecke biäws.
Wo siet Jaohren blos nao Schatten Dagestied säggt
un du di wünners, dat du nao liäws.


Üöwer di..

.
Ümmer, wenn du de Niäse vull häs,
kuëm vörbi, wenn du nich wees wohänn.
Giëw mi diene Hand wann ümmer Hänne selten
un all de Wörde üöwerdrüssig wärn...


Üöwer di...


Ümmer wenn dat arme Dier den Marsk blöss
un du den swatten Rüërn hüülen hüörs.
Drink bi mi‘n Koffi un mak auk Musik an!
Un glaiw jau nich, dat du mi stüörs.


Üöwer di...


Ümmer, wenn de Sunne sik verdüstert,
ümmer, wenn de Riägen runnerspölt.
Jau, dann haoll ik die mien‘ aollen Paraplü up.
So behötet häs di lange nich miähr föhlt...


Üöwer di...


Plattdeutscher Text: Nikolaus Evers
Melodie: „Dieselben Sterne“ von Element of Crime
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken

Dieselben Sterne


Immer, wenn die Wörter stecken bleiben,
Immer, wenn im Auge Wasser steht. (i.S.von: weinen)
Immer, wenn wir durch das Dunkel uns so treiben
Und vernebeln lassen, bis es nicht mehr geht...


Über dir, über mir, dieselben Sterne.


Immer, wenn die alten Freunde heimgehen (auch: sterben)
Und du alleine an der Ecke bibberst.
Wo seit Jahren nur noch Schatten Tageszeit sagen (i.S.von: grüßen)
Und du dich wunderst, das du noch lebst...


Über dir...


Immer, wenn du die Nase voll hast,
Komm vorbei, wenn du nicht weißt, wohin.
Gib‘ mir deine Hand, wann immer Hände selten
Und all‘ die Worte überdrüssig werden...


Über dir...


Immer, wenn das arme Tier (i.S.von: Elend) den Marsch bläst
Und du den schwarzen Köter (Hund) heulen hörst. (iS.von: in Depression verfällst)
Trinke bei mir ‚nen Kaffee und mach‘ auch Musik an!
Und glaube nur nicht, dass du mich störst...


Über dir...


Immer, wenn die Sonne sich verdunkelt,
Immer, wenn der Regen herunterspült.
Ja, dann halte ich dir meinen alten Regenschirm auf.
So behütet hast du dich lange nicht mehr gefühlt...
Über dir...


Übersetzung: Nikolaus Evers

4. De Vuëgel

4. De Vuëgel


Haugh up de Spitz van usse Dann.
Dao satt en Vuëgel früëmd un schü.
O segg, wann flüggs du wieder, wann?
O segg, wann flüggs du wieder, wann?


Nao links un rächts dat Höwt he baogg.
Nao Muorgen un nao Aobend hen.
Äs wenn he nao den Wägg sick fraogg.
Äs wenn he nao den Wägg sick fraogg.


Haugh up de Spitz...


Wao lurt de Suorg met Brill un Krück?
Wao grinnt dat Leed de bittre Traon?
Wao glämmt de güldne Dör to‘t Glück?
Wao glämmt de güldne Dör to‘t Glück?


Dann biëwerde de gröne Top.
Wägg was de Vuëgel, doch mien Hiärt
Dat gonk met em up Wannerschopp.
Dat gonk met em up Wannerschopp.


Haugh up de Spitz...


Text: Anton Aulke · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Der Vogel


Hoch auf der Spitze unserer Tann‘.
Da saß ein Vogel, fremd und scheu.
Oh sag, wann fliegst du weiter, wann?
Oh sag, wann fliegst du weiter, wann?


Nach links und rechts das Haupt er bog.
Nach Morgen (Osten) und nach Abend (Westen) hin.
Als wenn er nach dem Weg sich fragte.
Als wenn er nach dem Weg sich fragte.


Hoch auf der Spitze...


Wo lauert die Sorge mit Brille und Krück‘?
Wo weint das Leid (oder Lied) die bittere Trän‘?
Wo leuchtet das goldene Tor zum Glück?
Wo leuchtet das goldene Tor zum Glück?


Dann bebte die grüne Höhe.
Weg war der Vogel, doch mein Herz
Das ging mit ihm auf Wanderschaft.
Das ging mit ihm auf Wanderschaft.


Hoch auf der Spitze...


Übersetzung: Nikolaus Evers

5. Eenmaol seiht wi us wiër

5. Eenmaol seiht wi us wiër


Us alle is de Tied to gaohn bestimmt -
Äs Blad vörwaiht in‘n Wind, to de Wuordeln trügg‘ äs Kind.
Wann dat Bloot, in diene Aodern fröss.
Wann dien Hiärt dat Slaoen läött, un du to de Engel flüggs.
Män kiene Bange, nu laot di eenfack driägen.
Dao giff‘t nao wat nao‘t Liäwen, du sass‘t all seihn.


Eenmaol seiht wi us wiër, eenmaol kiek ik auk van buoben to.
Up miene aollen Dag‘ lägg ik mi dankbaor daale,
Un mak füör alle Tied – de Augen to.


Allet wat bliww is de Erinnerunk,
Un gaas sachte wät di klaor, dat nix miähr is äs‘t wüör.
Dann sall de Huopnunk up een Wiërseihn
Mi den Fuck in mien‘n Hiärtslaog giëwen, üm wieder to liäwen.


Eenmaol...


En Lecht sall dao löcht‘n bis in de leste Tied
Füör de Erinnerunk an usse Liäwenstied.


Eenmaol...


Up miene aollen Dag‘ kümp de leste Dankesfiër.
Un ik mak füör alle Tied – de Augen to.
Up miene aollen Dag‘ kümp de leste Dankesfiër.
Un ik mak füör alle Tied – de Augen to.


Plattdeutscher Text: Hermi Sürken
Melodie: „Amoi seg‘ ma uns wieder“ von Andreas Gabalier
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken

Einmal sehen wir uns wieder


Uns allen ist die Zeit zu gehen bestimmt -
Als Blatt verweht im Wind, zu den Wurzeln zurück als Kind.
Wenn das Blut in deinen Adern gefriert.
Wenn dein Herz das Schlagen lässt, und du zu den Engeln fliegst.
Nur keine Angst, nun lass‘ dich einfach tragen.
Da gibt’s noch was nach dem Leben, du sollst mal sehen.


Einmal sehen wir uns wieder, einmal guck‘ ich auch von oben zu.
Auf meine alten Tage lege ich mich dankbar nieder,
Und mach für allezeit – die Augen zu.


Alles was bleibt ist die Erinnerung,
Und ganz sachte wird dir klar, dass nichts mehr ist, wie es war.
Dann soll die Hoffnung auf ein Wiedersehen
Mir die Kraft in meinen Herzschlag geben, um weiter zu leben.


Einmal...

 

Ein Licht soll dir leuchten bis in die letzte Zeit

Für die Erinnerung an unsere Lebenszeit

 

Einmal...


Auf meine alten Tage kommt die letzte Dankesfeier,
Und ich mach für allezeit – die Augen zu.


Übersetzung: Nikolaus Evers

6. Tebriäklik

6. Tebriäklik

 

Dat Bloot flött dao, wo Fuust un Iesen draut
un drüügt in‘t Lecht van‘t Aobendraut.
Män annerndaggs spöölt dat de Riägen wech.
Aower nich allns wat us up de Siäle lägg.
De leste Slacht häff viëllicht den eenz‘gen Sinn, 
dat all de Liäwensleigen up Maol een Enne finnt.
Un dat nie nix Guëdet kümp ut Hass un Striet,
auk nich füör Lüde de dull un vernienich sind.
Vergiättet nich, dat wi tebriäklik sind.


Miähr un miähr de Riägen fäöllt
äs wenn de Stääne grinnt, äs wenn de Stääne grinnt.
Miähr un miähr de Riägn vertellt
dat wi tebriäklik sind, dat wi so tebriäklik sind.


Miähr un miähr de Riägen fäöllt
äs wenn de Stääne grinnt, äs wenn de Stääne grinnt.
Miähr un miähr de Riägn vertellt
dat wi tebriäklik sind, dat wi so tebriäklik sind.
Dat wi tebriäklik sind, dat wi so tebriäklik sind.


Plattdeutscher Text: Nikolaus Evers · Musik: „Fragile“ von Sting
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken

Zerbrechlich


Das Blut fließt dort, wo Faust und Eisen (Waffen) drohen,
und es trocknet im Licht des Abendrotes.
Doch an anderen Tagen spült das der Regen weg.
Aber nicht alles, was uns auf der Seele liegt.
Die letzte Schlacht hat vielleicht den einzigen Sinn,
daß all die Lebenslügen auf einem Mal ein Ende finden.
Und das niemals Gutes aus Hass und Streit kommt,
auch nicht für Leute, die wütend und boshaft sind.

Vergesst nicht, das wir zerbrechlich sind.


Mehr und mehr der Regen fällt
als wenn die Sterne weinen, als wenn die Sterne weinen.
Mehr und mehr der Regen erzählt, 
daß wir zerbrechlich sind, daß wir so zerbrechlich sind.


Mehr und mehr der Regen fällt
als wenn die Sterne weinen, als wenn die Sterne weinen.
Mehr und mehr der Regen erzählt, 
daß wir zerbrechlich sind, daß wir so zerbrechlich sind.


Übersetzung: Nikolaus Evers

7. Sunnendag

7. Sunnendag


Sunne schinnt, de Hiëmel blao, 
witte Wulken treckt vörbi.
De warme Wind, de püüsket mi, 
de Blomen rukt so wunnerbaor.


Laot us vandag an´t Meer fäörn 
un wannern düör den Wind.
Wellen flistern sachte, 
glücklick lacht een Kind.


Heeten Sand in´t helle Lecht, 
dat Meer vüör mi so wahne wiet.
De Möwe singt iähr aollet Leed. 
De Musseln löchtet farwenfroh.

 

Wi danzen met de Wellen, 
wi swiärwen düör den Wind.
Wi beiden mak`t de Rais` dao, 
wo wi giärne sind.


Een Kahn ligg dao an flacken Strand, 
wi stieget in, egaol wat kümp.
De Wogen haug wippket us 
üöwer Biärge un auk in´t Daal.


Wi driewet düör de Wiält, 
de Tied bliww füör us staohn.
De Stille schiënt us twee 
van`n Wind henweg to waihn.


Text und Musik: Helmut Schnieders

Sonnentag


Die Sonne scheint, der Himmel blau,
weiße Wolken ziehen vorbei.
Der warme Wind, der schmust mich,
die Blumen riechen so wunderbar.


Laß uns heute an‘s Meer fahren
und wandern durch den Wind.
Wellen flüstern sanft,
glücklich lacht ein Kind.


Heißer Sand im hellen Licht,
das Meer vor mir so sehr weit.
Die Möwe singt ihr altes Lied.
Die Muscheln leuchten farbenfroh.

 

Wir tanzen mit den Wellen,
wir schweben durch den Wind.
Wir beide machen die Reise dort
wo wir gerne sind.


Ein Kahn liegt dort am flachen Strand, 
wir steigen ein, egal was kommt.
Die hohen Wogen wiegen uns (hin und her)
über Berge und auch in‘s Tal.


Wir treiben durch die Welt,
die Zeit bleibt für uns stehen.
Die Stille scheint uns zwei
vom Wind hinweg zu wehen.


Übersetzung: Nikolaus Evers

8. De Tied halt di doch in!

8. De Tied halt di doch in!


Du läopps üöwer Plastersteen‘, de Luft wätt di watt knapp.
Dat Fisseln prickelt up de Haut, feihlt nich viël un du mäks schlapp.
So langsam doht de Fööte weh, de Schoh geföhlt to klein.
De Haore natt von Schweet un Riägn – baolle kanns‘te nix miähr seihn.


Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
Waorüm läöpps du wech – de Tied halt di doch in.
Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
De Tied halt di doch in.


Bliëw män up de Stiälle staohn, de Wiält, de niëmt di met.
Binnen häs du diene Klock, de‘t Slaoën nich vergiätt.
Bob is üöwer siëmtich Jaohr, Jimi un John längs daut.
De Stones häbbt kiene Tiäne miähr, un di is‘t auk so binaut.


Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
Waorüm läöpps du wech – de Tied halt di doch in.
Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
De Tied halt di doch in.


De Tied is äs‘n Fisker, met‘n grautet Fiskernetz.
Off Flunder orre Haifisk: auk di päck he to lest.


Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
Waorüm läöpps du wech – de Tied halt di doch in.
Wovüör läöpps du wech – häff doch kienen Sinn.
Waorüm läöpps du wech – de Tied halt di doch in.


Text und Melodie: Nikolaus Evers · Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Die Zeit holt dich doch ein!


Du läufst über Plastersteine, die Luft wird dir schon knapp.
Das Fisseln (Regen) prickelt auf der Haut, fehlt nicht viel, und du machst schlapp.
So langsam tun die Füße weh, die Schuhe sind gefühlt zu klein.
Die Haare (sind) nass von Schweiß und Regen, bald kannst du nichts mehr sehen.


Wovor läufst du weg – hat doch keinen Sinn.
Warum läufst du weg – die Zeit holt dich doch ein.
Wovor läufst du weg – hat doch keinen Sinn.
Die Zeit holt dich doch ein.


Bleib‘ ruhig auf der Stelle stehen, die Welt, die nimmt dich mit,
Innen hast du eine Uhr, die das Schlagen nicht vergisst.
Bob (Dylan) ist über siebzig Jahr, Jimi (Hendrix) und John (Lennon) lange tot.
Die (Rolling) Stones haben keine Zähne mehr, und dir ist es auch so beklemmt zumute.


Wovor...


Die Zeit ist wie ein Fischer, mit einem großen Fischernetz.
Ob Flunder oder Haifisch, auch dich fängt (bekommt) er zuletzt.


Wovor...


Übersetzung: Nikolaus Evers

9. Dusendmaol...

9. Dusendmaol...


Dusendmaol – Afscheed niëmen.
Dusendmaol – Alleene gaohn.
Dusendmaol – En Anfang maken.
Dusendmaol – An‘n Afgrund staohn.


Män dat Liäwen is nao lang nich vörbi –

et fönk doch jüst erst an!
Dusendmaol sall‘t Liäwen biäter wärn!

Mhhhh – Dusendmaol...


 „Iärst dat Schweeten, dann dat Fraisen.
Nao dat Finnen dat Verlaisen.
Alls wat kümp, laot wiër gaohn:
dat häff alltied weh naog daohn!“


Dusend Dage – Naichde föhlt.
Dusend Nächte – Drünk ik dien‘n Aohm.
Dusend Jaohre – Harr ik di leiw.
Dusendmaol – Et is vörbi.


Män dat Liäwen fäng nu jüst erst an –

et fönk von vüörne an!
Waog den Anfang, den Anfang naomaol!

Mhhhh – Dusendmaol...


Text: Hermi Sürken · Gedicht (kursiv): „Adjüs von“ Andreas J. Rottendorf
Melodie: Nikolaus Evers · Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Tausendmal...


Tausendmal – Abschied nehmen.
Tausendmal – Alleine gehen.
Tausendmal – Einen Angang machen.
Tausendmal – Am Abgrund stehen.


Aber das Leben ist noch lange nicht vorbei –

es fängt doch gerade erst an!
Tausendmal – Soll‘s Leben besser werden!

Mhhhh – Tausendmal...


 „Erst das Schwitzen, dann das Frieren.
Nach dem Finden das Verlieren.
Alles was kommt, lass‘ wieder gehen:
das hat immer schon weh genug getan!“


Tausend Tage – Nähe gespürt.
Tausend Nächte – Trank ich deinen Atem.
Tausend Jahre – Hatte ich dich lieb.
Tausendmal – Es ist vorbei.


Aber das Leben fängt nun gerade erst an –

es fängt von vorne an!
Wage den Anfang, den Anfang noch mal!

Mhhhh – Tausendmal...


Übersetzung: Nikolaus Evers

10. Ik gaoh so gäne...

10.Ik gaoh so gäne...


Ik gaoh so gäne aobens düör de Straoten 
wenn‘t stille wätt un wenn de Dag vegaiht. 
(Ik) kann soviëll (dann) ächter mienen Rüggen laoten,
dat mi bi Lecht wull swaor entgiëgen staiht.
Ik luster, wu de Wind so bruset, 
wu he düör Baime un düör Strüker jägg,
saih, wu de drügen Blader flaigt un suset, 
un weet, so flaigt auk mine Dage wäg, un weet, so 
flaigt auk mine Dage wäg.


Up minen Disk dao ligget soviëll Saken,
ik bin met all mien Wiärks noch nich so wiet, -
ik häbb auk noch‘en lück wat guëd te maken -
un huop, mi bliff daoto de Tied.
Ik luster, wu de Wind so bruset, 
wu he düör Baime un düör Strüker jägg,
saih, wu de drügen Blader flaigt un suset, 
un weet, so flaigt auk mine Dage wäg, un weet, so 
flaigt auk mine Dage wäg.


Up minen Disk dao ligget soviëll Saken,
ik bin met all mien Wiärks noch nich so wiet, -
ik häbb auk noch‘en lück wat guëd te maken -
un huop, mi bliff daoto de Tied, un ik huop,

mi bliff daoto de Tied.


Text: Johanna Barchewitz · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Ich gehe so gerne...


Ich gehe so gerne abends durch die Straßen 
wenn‘s stille wird und wenn der Tag vergeht. 
Ich kann soviel dann hinter meinen Rücken lassen,
das mir bei Licht so schwer entgegen steht.
Ich lausche, wie der Wind so braust, 
wie er durch Bäume und durch Sträucher jagt,
sehe, wie die trocken Blätter so fliegen und sausen,
und weiß, so fliegen auch meine Tage weg, und weiß, so 
fliegen auch meine Tage weg.


Auf meinem Tisch da liegen soviel Sachen,
ich bin mit all meinem Werk noch nicht so weit, -
ich habe auch noch ein wenig gut zu machen -
und hoffe, mir bleibt dazu noch die Zeit..
Ich lausche, wie der Wind so braust, 
wie er durch Bäume und durch Sträucher jagt,
sehe, wie die trocken Blätter so fliegen und sausen,
und weiß, so fliegen auch meine Tage weg, und weiß, so 
fliegen auch meine Tage weg.


Auf meinem Tisch da liegen soviel Sachen,
ich bin mit all meinem Werk noch nicht so weit, -
ich habe auch noch ein wenig gut zu machen -
und hoffe, mir bleibt dazu noch die Zeit...und hoffe,

mir bleibt dazu noch die Zeit.


Übersetzung: Nikolaus Evers

11. Niëselriägn

11. Niëselriägn


In de Fröh‘ fönk‘t an to riägn –

ik was all lange up de Been.
Un gonk so‘n biëtken längs spazeern –

met de Gedanken gaas alleen.
Junk was de Dag, de Riägn dei guëd –

de Lucht was fucht män frisk un klaor.
Fröh muorns in‘n sachten Niëselriägn –

met de Gedanken gaas alleen.


So fröh an‘n Muorn in‘n Niëselriägn –

dat Duorp lagg nao in‘n sachten Slaop.
Män stiekum kamm dat Dageslecht –

de Latüchten harren‘t daon.
De Beller in mi wüörn so klaor:

de Wägg füör mi dat is mien Wägg.
Un de Riägn mök mi nix ut – nä, de

kamm mi wull geliägen.


Mien leiwen, fröhen Niëselriägn –

ik sägg di nu de Dagestied.
Nu mott ik auk wiër in‘t Huus –

den frisken Koffi ruëk ik giärn.
Mien‘ Leiwste sitt all inne Küëk –

un häff dat Braut all up‘n Disk.
Dao sett ik mi nu gau daobi –

mak‘t guëd, mien leiwen Niëselriägn.


Mien‘ Leiwste...


Plattdeutscher Text: Nikolaus Evers
Melodie: „Early Mornin‘ Rain“ von Gordon Lightfoot
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken

Nieselregen


In der Früh‘ fing‘s an zu regnen –

ich war schon lange auf den Beinen.
Und ging so‘n bisschen längs spazieren –

mit den Gedanken ganz allein.
Jung war der Tag, der Regen tat gut –

die Luft war feucht aber frisch und klar.
Früh morgens im sachten Nieselregen –

mit den Gedanken ganz allein.


So früh am Morgen im Nieselregen –

das Dorf lag noch in sanftem Schlaf.
Doch heimlich kam das Tageslicht –

die Laternen hatten ihren Dienst getan.
Die Bilder in mir waren so klar:

der Weg vor mir, das ist mein Weg.
Und der Regen machte mir nichts aus –

nein, der kam mir wohl gelegen.


Mein lieber, früher Nieselregen –

ich sag‘ dir nun die Tageszeit (auf Wiedersehen).
Nun muss ich auch wieder ins Haus –

den frischen Kaffee rieche ich gern‘.
Meine Liebste sitzt schon in der Küche –

und hat das Brot schon auf dem Tisch.
Da setze ich mich nun schnell dazu –

mach‘s gut, mein lieber Nieselregen.


Übersetzung: Nikolaus Evers

12. Pricket Wichtken

12. Pricket Wichtken


Kiär, häbb ik ‚ne Wot in‘n Kopp un auk in‘n Buuk – Wicht,
Dat laot ik mi nich gefall‘n.
Ik häbb keine Lust met ‚ne Maschin‘ to küern – Wicht, 
Ik verstaoh‘ nich, wat dat sall.


Füör en Döttken haollen laot ik mi nich lange,
Du bis‘n pricket Wichtken aower auk ‚ne Schlange.
Dag füör Dag, Nacht füör Nacht.

Nu is‘ t ‚noogh un full de Schacht.


Menns du ik bin däösig blos weil ik di mag – Wicht?
Nä, dat bin ik würklich nich.
Düörneener bin ik west viëllicht

füör ‚n Augenslagg – Wicht
Wiëldatt ik di no nüdlik find.


Füör en Döttken haollen laot ik mi nich lange,
Du bis‘n pricket Wichtken aower auk ‚ne Schlange.
Dag füör Dag, Nacht füör Nacht.

Nu is‘ t ‚noogh un full de Schacht.


Kiär, ik mott nu togiëwen,

dat geiht nümmers guëd – Wicht,
Wi twee passt nich guëd bineen.
Ik bruuk miähr Geföhle un en leiwet Hiärt – Wicht,
Du häs in diene Buorst en Steen!


Füör en Döttken haollen laot ik mi nich lange,
Du bis‘n pricket Wichtken aower auk ‚ne Schlange.
Dag füör Dag, Nacht füör Nacht.

Nu is‘ t ‚noogh un full de Schacht.


Text und Musik: Nikolaus Evers · Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Hübsches Mädchen


Kerl, hab‘ ich ‚ne Wut im Kopf und auch im Bauch – Mädchen,
Das lasse ich mir nicht gefallen.
Ich hab‘ keine Lust mit einer Maschine zu sprechen – Mädchen,
Ich verstehe nicht, was das soll.


Für einen kleinen Jungen lasse ich mich nicht lange halten,
Du bist ein hübsches Mädchen, aber auch eine Schlange.
Tag für Tag, Nacht für Nacht,

nun ist‘s genug und voll der Schacht.


Meinst du ich bin dämlich nur weil ich dich mag‘ – Mädchen, 
nein, das bin ich wirklich nicht.
Durcheinander bin ich gewesen, vielleicht

für einen Augenschlag – Mädchen,
Weil ich dich so niedlich find‘.


Für einen kleinen Jungen lasse ich mich nicht lange halten,
Du bist ein hübsches Mädchen, aber auch eine Schlange.

Tag für Tag, Nacht für Nacht,

nun ist‘s genug und voll der Schacht.


Kerl, ich muss nun zugeben, das geht niemals gut – Mädchen,
Wir beide passen nicht gut zusammen.
Ich brauche mehr Gefühle und ein liebes Herz – Mädchen,
Du hast in deiner Brust einen Stein!


 

Für einen kleinen Jungen lasse ich mich nicht lange halten,
Du bist ein hübsches Mädchen, aber auch eine Schlange.

Tag für Tag, Nacht für Nacht,

nun ist‘s genug und voll der Schacht.


Übersetzung: Nikolaus Evers

13. Wi twee...

13. Wi twee...


De Sunn staiht up. De Niëwel föllt.

Hell blenkt dat junge Gröön.
Wat is de wiide, wiide Welt,

wat is de Welt doch schön.
Bliw länger nich an‘t Fenster staohn,

laot us tehaup nao buten gaohn!
Wi baiden buten gans alleen

in Fröhjaohrsluft un Fröhjaohrsgröön.


Un sind de Pättkes noch so schmal,

us sind se breed genooch.
Jüst dat in‘t Holt an Hiëg un Wall

us püüsket Boog un Twoog.
Wi striëpelt met de Hand düör‘t Gräss

un bliëwt so lang wi‘t us woll päss.
Ik met mien Wichtken, Hand in Hand,

up Fröhjaohrsgank düör usse Land.


Nu trekkt us düör de Tiän‘ de Lüü,

dat iärcht un tiärgt us nich.
Kien nix nich spee un nix nich schüü,

kuëmt wi van‘t Pättken trügg.
Nu drüëwt us alle Lüüde seihn,

met Meßgunst of sik met te freihn.
Wänn een us fräög, lach ik un roop:

wi häört tehaup, wi häört tehaup.


Text: Herm Wember · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Das Schönste an diesem Text ist, was Sie daraus machen!

 

 

Wir zwei...
Die Sonne steigt auf. Der Nebel fällt.

Hell strahlt das junge Grün.
Was ist die weite, weite Welt,

was ist die Welt doch schön.
Bleib nicht länger am Fenster stehen,

lass‘ uns zusammen nach draußen gehen.
Wir beiden, draußen ganz allein,

in Frühjahrsluft und Frühjahrsgrün.


Und sind die Wege noch so schmal,

uns sind sie breit genug.
Grad‘ dass im Holz an Hecke und Wall,

uns die Zweige streicheln.
Wir streichen mit der Hand durch‘s Gras

und bleiben so lange wie es uns passt.
Ich mit meinem Mädchen, Hand in Hand,

auf Frühjahrsgang durch unser Land.


Nun reden die Leute über uns („ziehen uns

durch die Zähne“), das ist uns egal.
Kein bißchen scheu kommen wir vom Weg zurück.
Nun dürfen uns alle Leute anschauen,

mit Mißgunst oder sich mit uns zu freuen.
Wenn uns einer fragt, lache ich und rufe:

wir gehören zusammen, wir gehören zusammen.


Übersetzung: Nikolaus Evers

14. Glück...

14. Glück...


Waorüm glöws du dat Glück

wäör van‘n Hiëmel een Stück?
Aore dat ligg inne Fiärn‘,

wietaff dao bi de Stään‘?

Glück is‘n Breef, ‚n leiwen.

Een Lächeln auk, dat kanns mi glaiwen.
Fröstück muorns an‘t Bedde bracht.

Een niën Dag nao de Nacht.


Glück is wenn de Kinners lacht,

un di ankiekt, sööt un sacht.
Wenn se maol wat Spöökskes makt.

Buuten kriölt, spiëlt un brakt.
Glück is nich alleene staohn.

Met‘n laiwen Mensken gaohn.
De di auk nao aolt gefaöllt,

un de diene Hänne häöllt.

 

Dag för Dag is all dat Glück

naighe bi di, Stück för Stück.
Glöws du ümmer nao bitieden,

du moss nao de Stääne griepen?
Glaiw män, dat Glück is naighe bi!

Söök män nich, ‚t is dicht bi di!!!
Glaiw män, dat Glück is naighe bi!

Söök män nich, ‚t is dicht bi di!!!


Text: Christa Berning · Melodie: Nikolaus Evers
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Glück...


Warum glaubst du, das Glück,

wär‘ vom Himmel ein Stück?
Oder es liegt in der Ferne,

weitab, da bei den Sternen?
Glück ist ein Brief, ein lieber.

Ein Lächeln auch, das kannst‘ mir glauben.
Frühstück morgens ans Bett gebracht.

Ein neuer Tag nach der Nacht.


Glück ist wenn die Kinder lachen,

und dich anschauen, süss und sachte.
Wenn sie mal einen Unsinn machen.

Draussen schreien, spielen und rennen.
Glück ist nicht alleine stehen.

Mit einem lieben Menschen gehen.
Der dir auch noch alt gefällt,

und der deine Hände hält.


Tag für Tag ist all das Glück

nahe bei dir, Stück für Stück.
Glaubst du immer noch beizeiten,

du muss nach den Sternen greifen?
Glaube man, das Glück ist nahe bei!

Such‘ es nicht, es ist nahe bei dir!!!
Glaube man, das Glück ist nahe bei!

Such‘ es nicht, es ist nahe bei dir!!!


Übersetzung: Nikolaus Evers

15. Wat kümp, dat kümp!

15. Wat kümp, dat kümp!


Äs ik so‘n kleenet Stüpsken was
Fraogte ik: Mama, wat wät maol ut mi?
Sin ik maol stark orre auk riek?
Kiärlken, sagg se dao to mi:


Wees du, wat kümp, dat kümp!

Dao kanns weinig an 
daohn, an daohn.
In de Tokunft küënt wi nich seihn.

Nä, wat kümp, dat kümp!


Äs ik dann in de Schoole was
fraogt‘ ik mien Liährer: wat sall ut mi wiärn?
Een beröhmten Dichter orre een Sänger?
Faohrts dei he mi dat verkläörn:


Wees du...


Naohiär vull grüötter un düfftich verlaiwt
Fraogt‘ ik mien Wichtken: wat kümp denn nu nao?
Riägenbuogens un Sunnschien füör ümmer?
Leiwsten, sagg se, häör maol to:


Wees du...


Nu män vull äöller met griesgraue Haor‘
Fraog‘ ik miene Frau: wat häbb‘t wi nao vüör?
Met Rüggen, mette Kneie, met‘n döösigen Däätz?
Dao flistert se sacht‘ in mien Äöhr‘:


Wees du...


Plattdeutscher Text: Nikolaus Evers
Melodie: „Qué sera sera“ von Ray Evans u. Jay Livingston
Arrangement: Evers/Schnieders/Sürken

Was kommt, das kommt! (Was sein wird, wird sein!)


Als ich so ein kleiner Stups war
Fragte ich: Mama, was wird mal aus mir?
Bin ich mal stark oder auch reich?
Kerlchen, sagte sie da zu mir:


Weißt du, was kommt, das kommt!

Da kannst du wenig 
dran tun, dran tun.
In die Zukunft können wir nicht schauen.

Nein, was kommt, das kommt!


Als ich dann in der Schule war
Fragte ich meinen Lehrer: was soll aus mir werden?
Ein berühmter Dichter oder ein Sänger?
Sofort erklärte er es mir:


Weißt du...


Nachher, viel größer und tüchtig verliebt
Fragte ich mein Mädchen: was kommt den nun noch?
Regenbogen und Sonnenschein für immer?
Liebster, sagte sie, hör‘ mal zu:


Weißt du...


Nun viel älter mit griesgraue Haare
frag‘ ich meine Frau: was haben wir noch vor?
Mit Rücken, mit den Knien, durcheinander im Kopf?
Da flüstert sie sanft in mein Ohr:


Weißt du...


Übersetzung: Nikolaus Evers

16. Familge

16. Familge


Se sind daomaols von Holland nao hier hen kuëmen - 
mien Ankebeßvader Baastian un siene Jungs.
Häbben aower kienen Riekdum funnen - 
mien Ankebeßvader Baastian un siene Jungs.
Se häbben sik schinnet in der Wiäwerie - Textil -
mien Ankebeßvader Baastian un siene Jungs. 
De Gesundheit tällde daobi nich viël - 
bi mienen Ankebeßader un siene Jungs.
Dat Wuohnen wüör füör iähr män blos en Huusen -
bi mienen Ankebeßvader un siene Jungs.
Un inne Stuobe dei de Wind so mangesmaol düörsuusen - bi mienen Ankebeßvader un siene Jungs. 
 Se sind dann auk baoll‘ wiër terügg‘ nao Holland gaohn - 
 mien Ankebeßvader un siene Jungs. 
 Konn‘n dat Liäwen hier nich guëd verstaohn - 
 mien Ankebeßvader un siene Jungs.

 
Män mien Opa Klaas häff en leiwet Wichtken druopen -
he bliff dao un droff up siene Tokunft huopen. 
He bliff hier un gonk auk nümmers miähr terügg.
Un funn met siene Ida en sööt Familgenglück. 
Baolle kamm auk den Stammholler an - 
dat was mien Vader Sebastian. 


Un so geiht et wieder, Generation nao (up) Generation - 
Familge bliff Familge, dao is auk guëd dran daohn. 
Familge is‘t wat würklick tällt 
up düsse wahne düördraihte Wiält.


Text: Nikolaus Evers · Musik: Hermi Sürken
Copyright: Strauhspier Musik-Verlag, Kugelesch 38, 48432 Rheine

Familie


Sie sind damals von Holland nach hier hin gekommen -
mein Urgroßvater Baastian und seine Jungs.
Haben aber keinen Reichtum gefunden -
mein Urgroßvater Baastian und seine Jungs.
Sie haben sich geschunden in der Weberei - Textil -
mein Urgroßvater Baastian und seine Jungs.
Die Gesundheit zählte dabei nicht viel -
bei meinem Urgroßvater und seine Jungs.
Das Wohnen war für sie nur bloß ein Hausen -
bei meinem Urgroßvater und seine Jungs.
Und in der Stube tat der Wind so manchesmal durchsausen -

bei meinem Urgroßvater und seine Jungs.
Sie sind dann auch bald wieder zurück nach Holland gegangen -
mein Urgroßvater Baastian und seine Jungs.

Konnten das Leben hier nicht gut verstehen -
mein Urgroßvater Baastian und seine Jungs.


Doch mein Opa Klaas hatte ein liebes Mädchen getroffen -
er blieb da und durfte auf seine Zukunft hoffen.
Er blieb hier und ging auch nie mehr zurück.
Und fand mit seiner Ida ein süßes Familienglück.
Bald kam auch der Stammhalter an -
das war mein Vater Sebastian.


Und so geht es weiter, Generation nach (auf) Generation -
Familie bleibt Familie, da ist auch gut daran getan.
Familie ist das was wirklich zählt
auf dieser sehr durchgedrehten Welt.


Übersetzung: Nikolaus Evers

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